Im Keller der Großeltern roch es nach Erde und Äpfeln. In den Regalen standen Gläser mit Kirschen, Bohnen und Pflaumenmus, darunter Kartoffelkisten, Möhren im Sand und ein Steinguttopf mit Sauerkraut. Dieser Keller war kein Abstellraum, sondern die Speisekammer einer ganzen Familie für einen ganzen Winter, ohne Strom und ohne Kühlschrank.
Diese Dokumentation erzählt, wie dieses System funktionierte und warum es in nur zwei, drei Jahrzehnten fast vollständig verschwand. Sie erfahren, wie Nicolas Appert das Einkochen erfand, wie aus dem Glas von Rudolf Rempel und dem Namen Weck das Wort „einwecken“ wurde und warum die Kastanien über den bayerischen Biergärten ursprünglich Teil einer Bierkühlung waren. Wir schauen in Erdkeller, Mieten und Eiskeller und erklären, warum Äpfel nicht neben Kartoffeln gehören und wie Sauerkraut James Cooks Seeleute vor Skorbut schützte.
Dabei bleibt der Blick ehrlich: Kühlschrank und Supermarkt haben das Leben enorm erleichtert. Doch mit dem alten System ging auch etwas verloren, nämlich Vorräte für mehr als ein paar Tage und das Wissen, wie man Lebensmittel selbst haltbar macht.
Im praktischen Teil zeigen wir, wie Sie in Kellerabteil, Wohnung, Balkon oder Garten Gemüse und Obst lagern, wie Sauerkraut im Glas gelingt, wie Sie Apfelringe ohne Dörrgerät trocknen und wie Sie sicher einkochen. Besonders wichtig ist dabei die Frage, warum Bohnen, Pilze und Fleisch nicht ins Wasserbad gehören.
Was würde in Ihrem Haushalt passieren, wenn der Laden um die Ecke zehn Tage geschlossen bliebe?
