5. November 2026

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DIE FLOTTE LIEGT AUF DEM MEERESGRUND – DIE SEKTSTEUER ZAHLEN WIR NOCH

 

Silvester, kurz vor Mitternacht: Millionen Korken knallen, man stößt auf das neue Jahr an. Kaum jemand weiß, dass in jeder Flasche Sekt eine Steuer von rund einem Euro steckt, eingeführt 1902 unter Kaiser Wilhelm II., unter anderem um den Bau seiner Kriegsflotte mitzufinanzieren. Die Flotte liegt seit über hundert Jahren auf dem Meeresgrund. Die Steuer gibt es noch, und nach den Plänen der Bundesregierung soll sie zum 1. Januar 2027 steigen.

Diese Dokumentation erzählt die Geschichte einer kleinen Abgabe, die alles überlebt hat: das Kaiserreich, zwei Weltkriege, die Weimarer Republik, die NS-Diktatur und mehrere Währungen. Sie erfahren, wie Tirpitz’ Flottengesetze das Reich zu immer neuen Verbrauchsteuern trieben, warum die Sektsteuer nur einen winzigen Bruchteil der Rüstung deckte, wie die Hochseeflotte in Scapa Flow versank und warum ausgerechnet Deutsche viele große Champagnerhäuser gründeten.

Vor allem geht es um eine Frage, die weit über den Sekt hinausreicht: Warum verschwinden Steuern fast nie, wenn ihr ursprünglicher Zweck entfällt? Wir erklären das Prinzip der Gesamtdeckung im Haushaltsrecht und schauen auf weitere Beispiele, vom Solidaritätszuschlag über die Kaffeesteuer bis zum Zündwarenmonopol. Dabei kommen beide Seiten zu Wort: die Argumente für eine Steuer auf Alkohol und die Kritik an ihrer Ungleichbehandlung von Sekt, Wein und Perlwein.

Im praktischen Teil zeigen wir, wie viele Steuern versteckt in alltäglichen Preisen stecken, woran Sie Perlwein und Sekt am Etikett und am Korken unterscheiden, wo Sie den Bundeshaushalt selbst einsehen und wie eine Petition an den Bundestag funktioniert.

Wissen Sie, wie viel von Ihrem nächsten Einkauf eigentlich an den Staat geht, und seit wann?