In einer alten Kiste auf dem Dachboden liegen Briefe, Tagebücher und Feldpost aus vergangenen Jahrhunderten. Sie stammen von den eigenen Vorfahren, sind auf Deutsch geschrieben – und trotzdem können viele Menschen heute kein einziges Wort entziffern.
Diese Dokumentation erzählt die Geschichte der deutschen Schreibschrift, von Kurrent und Sütterlin bis zu ihrer abrupten Abschaffung im Jahr 1941. Sie beleuchtet die umstrittene Entscheidung des NS-Regimes, die Hintergründe des sogenannten Antiqua-Fraktur-Streits und die Frage, warum die alte Schrift auch nach dem Ende des Nationalsozialismus nicht in den Schulunterricht zurückkehrte.
Dabei geht es um weit mehr als ungewöhnliche Buchstaben. In Kisten, Archiven und Kirchenbüchern liegen Liebesbriefe, Familienchroniken, Tagebücher und Feldpostbriefe, die vom Alltag, von Hoffnung, Angst und Verlust erzählen. Für viele Nachkommen sind diese persönlichen Zeugnisse heute kaum noch zugänglich – obwohl sie zur Geschichte der eigenen Familie gehören.
Wir zeigen, wie Kurrent und Sütterlin entstanden, worin sie sich unterscheiden und warum ihre Entzifferung auch heute noch möglich ist. Denn wer diese Schriften lesen lernt, gewinnt Zugang zu einer Vergangenheit, die sonst hinter einer unsichtbaren Mauer verborgen bleibt.
Wie viele Geschichten Ihrer eigenen Familie warten darauf, endlich wieder gelesen zu werden?
