Einfach wegleugnen kann die EU-Kommission die Schattenseiten der Windenergie nicht: In der Beantwortung einer Anfrage des freiheitlichen EU-Abgeordneten Gerald Hauser räumt sie gesundheitliche Auswirkungen von Windkraftanlagen ein und betont, dass diese ernst genommen würden. Wie ernst, das darf jedoch hinterfragt werden.
Infraschall ist Schall mit einer Frequenz unterhalb der menschlichen Hörgrenze – was jedoch nicht bedeutet, dass er auf den Organismus keinen Einfluss nehmen würde. Er verbreitet sich über enorme Distanzen und kann zelluläre Prozesse von Lebewesen stören. Eine Infraschallquelle, mit der wir im Alltag mehr und mehr konfrontiert werden, sind Windräder.
Gerald Hauser verwies in einer Anfrage an die EU-Kommission auf eine Studie der Arbeitsgruppe Infraschall der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Diese habe gezeigt, dass in Kommunen mit massivem Ausbau der Windenergie ein signifikant erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Neuerkrankungen (Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz) bestehe. Auch Störungen des Gleichgewichts, Schwindel, Übelkeit oder Schlafstörungen, veränderter Blutfluss, Blutdruckanstieg und Schäden an Lunge und inneren Organen durch Infraschall seien nachgewiesen. Weiterhin gibt es Daten zu psychischen Beeinträchtigungen, insbesondere einer verminderte Konzentrationsfähigkeit.
Hauer wies auf drei Gerichtsurteile aus Belgien und Frankreich hin, in denen Anrainern wegen gesundheitlicher Schäden durch Windräder gerichtlich Schadenersatz zugesprochen wurde. Er wollte von der EU-Kommission wissen, warum sie die Gesundheitsgefahren durch Windkraftanlagen bislang bagatellisiert habe und wie sie die Gerichtsurteile einschätze.
In der Beantwortung der parlamentarischen Anfrage E-002523/2026 stellt die EU-Kommission fest, dass sie „die potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen von Windkraftanlagen ernst nehme, auch in Bezug auf Infraschall“. Nachfolgend beruft man sich auf fehlende Grenzwerte der WHO und einen Mangel an wissenschaftlichen Erkenntnissen: „Während neuere Studien für ein besseres Verständnis der akustischen Merkmale von Windkraftanlagen — einschließlich Niederfrequenzschall und Infraschall — sorgen, wären zusätzliche Forschungsarbeiten erforderlich, um potenzielle Gesundheitsrisiken besser zu definieren.“ Sprich: Man erklärt die bisherige Ignoranz gegenüber gesundheitlichen Schäden durch den Windkraftausbau praktisch mit „man wusste es nicht besser“. (Oder wollte es nicht besser wissen?)
Hinsichtlich der Gerichtsurteile wird darauf verwiesen, dass zur Vermeidung und Verhinderung von erheblichen Auswirkungen von Windparks auf Mensch und Tier vor der Genehmigung des Projekts einschlägige Prüfungen durchgeführt werden müssten – das sei aber Sache der Mitgliedstaaten.
Ein Eingeständnis der Gefahren von Infraschall durch Windräder
Immerhin: Der freiheitliche Abgeordnete Gerald Hauser sieht in dieser Beantwortung eine klare Bestätigung der wissenschaftlichen Publikationen zu Gesundheitsschäden durch Windräder. „Die EU-Kommission kann die Gesundheitsschäden durch Windkraftanlagen einfach nicht mehr leugnen. Dazu gibt es mittlerweile zu viele wissenschaftliche Publikationen und Daten“, so Hauser.
Das sprengt aber das offizielle Narrativ: „Damit fallen ein Hauptbaustein des ‚European Green Deal‘ der EU und die völlig einseitige Propaganda der Einheitspartei aus Volkspartei, Sozialisten, Grünen und sogenannten Liberalen, zusammen mit den kritiklosen Mainstream-Medien, wie ein Kartenhaus zusammen. Windenergie ist nicht gefahrlos, sie ist gefährlich – und nebenbei umweltpolitischer Wahnsinn und wirtschaftspolitischer Nonsens“, kritisiert Hauser.
EU will Verantwortung von sich weisen – Hauser: „Erbärmlich!“
Er erkennt hier abermals ein Muster der EU-Kommission, das er seit einiger Zeit beobachte: „Bei der Windenergie passiert jetzt das Gleiche wie bei Corona: Die EU-Kommission versucht nachträglich, alle Verantwortung abzuschieben. Sie beruft sich jetzt allen Ernstes auf die WHO, die bis jetzt keine spezifischen Grenzwerte oder Leitlinien in Bezug auf Infraschall vorgelegt hat. Ich frage daher: Wozu brauchen wir dann die EU in Gesundheitsfragen eigentlich noch, wenn sie nicht mehr selbst entscheidet, sondern nur noch auf die WHO wartet – bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag?“
Auch das Argument der fehlenden wissenschaftlichen Daten will er nicht gelten lassen: „Außerdem stellt die EU-Kommission fest, dass zusätzliche Forschungsarbeiten erforderlich seien. Warum hat die EU-Kommission das nicht schon längst veranlasst?“
Die Aussage, dass die Genehmigung von Windenergieprojekten in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten falle, betrachtet er als „Standardausrede, wenn in der EU etwas nicht funktioniert“: Dann seien plötzlich die EU-Mitgliedstaaten für alles verantwortlich. Hausers Einschätzung: „Das ist einfach erbärmlich! Und diese unfähige und im wahrsten Sinne des Wortes verantwortungslose EU will noch hunderttausende Windräder mehr in der EU bauen? Und noch Hunderte Milliarden Euro mehr für ihr Budget? Dafür, dass sie die Menschen wider besseres Wissen gefährdet und eine desaströse Energie-, Umwelt-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik vorantreibt?“
Der Freiheitliche kündigt eine weitere Anfrage an die EU-Kommission an: „Ich will jetzt auch wissen, warum die EU-Kommission den ungebremsten Ausbau der Windenergie massiv vorantreibt, obwohl sie selbst erklärt, dass sie die gesundheitlichen Schäden ernst nimmt. Und die EU-Kommission soll erklären, warum sie jetzt plötzlich jegliche Verantwortung von sich weisen will, obwohl sie doch die Ursache für den überstürzten und gesundheitsschädlichen Ausbau der Windenergie in der EU ist.“
Leugnen unmöglich: EU räumt Gesundheitsschäden durch Windräder ein
