Die Erde dreht sich schneller, als sie es eigentlich dürfte. Am 5. Juli 2024 war ein Tag um 1,66 Millisekunden kürzer als die üblichen 86.400 Sekunden, und das war bis dahin der kürzeste je gemessene Tag. Seit Hunderten Millionen Jahren wird unser Planet durch die Gezeiten des Mondes gebremst, und diese Bremse wirkt bis heute. Trotzdem hat die Erde in den letzten Jahren an Tempo gewonnen. In dieser Dokumentation gehen wir der Frage nach, was dahintersteckt.
Die Reise führt von babylonischen Tontafeln und den präzisen Finsternisbeobachtungen von Ibn Yunus in Kairo bis zu den Laserspiegeln auf dem Mond. Danach geht es zu Atomuhren, die genauer sind als der Planet selbst, und zu Radiosignalen ferner Quasare, mit denen die Drehung der Erde vermessen wird. Wir steigen hinab in den flüssigen Metallozean des Erdkerns. Dort deuten neue seismische Studien darauf hin, dass der innere Kern um 2010 langsamer geworden ist als der Rest des Planeten.
Wir schauen auf den magnetischen Schild der Erde, der sich über dem Südatlantik zu spalten scheint, und auf den magnetischen Nordpol, der Richtung Sibirien gewandert ist. Wir sehen, wie Sonnenstürme Satelliten und Stromnetze treffen. Außerdem zeigen wir, wie schmelzendes Eis, abgepumptes Grundwasser und sogar Erdbeben die Achse und die Tageslänge unseres Planeten messbar verändern.
Zum Schluss geht es um die Frage, die Fachleute weltweit beschäftigt: Könnte zum ersten Mal in der Geschichte eine Sekunde aus der offiziellen Weltzeit gestrichen werden müssen? Und was würde das für das Internet, für Navigationssysteme, für Finanzmärkte und für Stromnetze bedeuten?
