8. November 2026

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Iran nimmt Europa ins Visier: NATO-Staaten unterstützten US-Angriffe – jetzt hebt Teheran seine Raketenbegrenzung auf

 

Die militärische Konfrontation zwischen Iran und den USA könnte künftig auch Europa unmittelbar treffen. Nachdem NATO-Generalsekretär Mark Rutte bestätigt hatte, dass europäische NATO-Staaten amerikanische Militäroperationen gegen Iran mit Tausenden Flugbewegungen unterstützten, hat Teheran nun seine bisherige Reichweitenbegrenzung für ballistische Raketen aufgehoben. Gleichzeitig drohen iranische Politiker ausdrücklich mit Angriffen auf amerikanische Militärstützpunkte in Deutschland und Italien.

Am 7. November 2026 erklärte der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Brigadegeneral Hossein Mohebbi, dass die bisherige selbst auferlegte Reichweitengrenze von 2.000 Kilometern für ballistische Raketen nicht mehr gelte. Die Nachrichtenagentur Associated Press bestätigte die Erklärung.

Mohebbi berief sich dabei auf eine Anweisung des obersten iranischen Führers Mojtaba Khamenei, wonach auf amerikanische und israelische Bedrohungen künftig ohne geografische Beschränkungen reagiert werden könne. Ob Iran bereits über einsatzfähige Raketen mit einer Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern verfügt, liess er offen. Die neuen Fähigkeiten sollten nicht durch Ankündigungen, sondern in der Praxis demonstriert werden.

Die Entscheidung erhält besondere Brisanz durch die bisherige Rolle europäischer NATO-Staaten im Krieg gegen Iran.

Bereits am 8. Juli hatte NATO-Generalsekretär Mark Rutte auf dem NATO-Gipfel in Ankara öffentlich bestätigt, dass amerikanische Militärflugzeuge im Rahmen der Operation «Epic Fury» europäische Stützpunkte in grossem Umfang genutzt hatten. Nach seinen Angaben fanden bis Mitte April rund 5.000 Flugbewegungen von europäischen Basen aus zur Unterstützung der amerikanischen Operationen statt.

Rutte bezeichnete Europa dabei als entscheidende Plattform für die militärische Machtprojektion der Vereinigten Staaten. Er nannte ausdrücklich Deutschland und Frankreich und betonte, dass die Operation ohne die europäischen Stützpunkte erheblich schwieriger durchzuführen gewesen wäre.

Am 23. September wiederholte Rutte diese Angaben und erklärte, dass die tatsächliche Zahl der Flugbewegungen inzwischen vermutlich deutlich höher liege.

Dabei handelte es sich um die Unterstützung einzelner NATO-Mitgliedstaaten auf Grundlage bilateraler Vereinbarungen mit Washington, nicht um einen offiziell beschlossenen NATO-Kampfeinsatz. Die Flugbewegungen umfassten zudem nicht ausschliesslich direkte Angriffe, sondern auch logistische und unterstützende Einsätze.

Für Teheran scheint diese Unterscheidung jedoch zunehmend an Bedeutung zu verlieren.

Am 4. November erklärte der iranische Parlamentarier Ahmad Bakhshayesh Ardestani, Mitglied des parlamentarischen Ausschusses für nationale Sicherheit, gegenüber Euronews, dass amerikanische Militärbasen in Europa künftig zu Angriffszielen werden könnten.

Sollten die USA ihre Stützpunkte in Deutschland oder Italien erneut für Angriffe gegen Iran nutzen, werde Teheran mit Raketenangriffen reagieren. Der Politiker warf den europäischen Staaten vor, bereits während der vorherigen Kampfhandlungen an der militärischen Auseinandersetzung beteiligt gewesen zu sein, indem sie amerikanischen Streitkräften ihre Infrastruktur zur Verfügung stellten.

Ardestani erklärte ausserdem, Iran werde die europäische Unterstützung eines erneuten amerikanischen Angriffs nicht mehr ohne Konsequenzen hinnehmen.

Wenige Tage später folgte die offizielle Ankündigung der Revolutionsgarden, die bisherige Raketenreichweitenbegrenzung aufzuheben.

Ob die Entscheidung unmittelbar auf die Beteiligung europäischer Staaten zurückzuführen ist, wurde von Teheran nicht ausdrücklich bestätigt. Die zeitliche Abfolge und die öffentlichen Drohungen verdeutlichen jedoch, dass sich die iranische Abschreckungsstrategie zunehmend auch auf amerikanische Militäreinrichtungen ausserhalb des Nahen Ostens richtet.

Mit der bisherigen Reichweite von 2.000 Kilometern konnten iranische Raketen bereits Teile Griechenlands und des Balkans erreichen. Militärstützpunkte in Deutschland und Italien liegen teilweise erheblich weiter entfernt. Ob Iran diese Ziele gegenwärtig tatsächlich mit ballistischen Raketen erreichen könnte, ist nicht bestätigt.

Damit steht Europa vor einer sicherheitspolitisch heiklen Situation: NATO-Mitgliedstaaten haben amerikanische Operationen gegen Iran logistisch unterstützt, während Teheran nun ausdrücklich damit droht, bei erneuten Angriffen auch europäische Standorte der US-Streitkräfte ins Visier zu nehmen.

Aus einer bislang vor allem im Nahen Osten ausgetragenen militärischen Konfrontation könnte dadurch ein Konflikt werden, der unmittelbar europäisches Territorium betrifft.

Quellen