6. November 2026

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Was Bergleute 1887 Im Harz Fanden — Warum Sie 62 Jahre Später Tiefer Hing

 

Am 14. Juni 1887 hoben vier Männer am Ufer der Oker bei Unterschulenberg eine neue Radstube für das Pochwerk aus, als die Keilhaue des Hauers Karl Rodewald durch die Wand fuhr. Dahinter lag eine fast runde Kammer aus dunklem, glattem Stein, ohne eine Spur von Schlägel und Eisen – und von ihrer Decke hing an einer Kette, über einem Brunnen ohne Grund, etwas, das fast sieben Meter maß.

Der Wäger Ludwig Bremer zählte, maß und schrieb alles in sein Wiegebuch: hundertvier Kerben, sieben Grad in der Kammer, einen Meter sechsundzwanzig.

Zwei Tage später stellte ein alter Köhler aus den Wäldern über Altenau drei Fragen, deren Antworten ihm niemand verraten hatte, und sprach einen Satz, den Bremer in Anführungszeichen setzte. Zweiundsechzig Jahre später stand der Vermesser Ernst Thielemann von den Harzwasserwerken in derselben Kammer, wusste nichts von Bremer – und kam bei jeder Zahl auf dasselbe Ergebnis. Bis auf eine.

Dieser Film gibt auch der amtlichen Lesart ihr volles Gewicht: eine eisenschüssige Sinterbildung, ein Hohlraum ohne bergbaulichen Wert, Mundart in Schriftdeutsch umgeschrieben, Sagen von versunkenen Glocken, Abschriften, die irren. Doch warum bekam ein wertloser Stein eine Tür mit Messingschloss – und warum hat seit 1949 niemand mehr nachgemessen?

Diese Dokumentation stützt sich auf historische Aufzeichnungen, archäologische Forschung und lokale mündliche Überlieferung. Sie stellt belegte Befunde neben Fragen, die bis heute offen sind. Wo sich die Darstellungen unterscheiden, werden beide gezeigt. Nichts davon wird als abschließendes Ergebnis behauptet.

Quellen (historische Dokumente im Film):

– Karte „Zellerfeld-Klausthal-Altenau“ 1:75.000, Meyers Reisebücher: Harz, 21. Aufl. 1912 (Bibliographisches Institut), Ausschnitte – Wikimedia Commons, „Zellerfeld-Klausthal-Altenau.png“, gemeinfrei