Mehr Netto ab Januar, und dein Chef muss dafür keinen Cent mehr zahlen. Das klingt nach einem Trick, steht aber seit Jahren auf einem ganz normalen Formular des Finanzamts. Ab dem 1. November kannst du ihn für 2027 nutzen. Wer ihn kennt, bekommt Geld früher, das ihm ohnehin zusteht. Wer ihn nicht kennt, leiht es dem Finanzamt, zinslos und oft für mehr als ein Jahr.
Im Mittelpunkt steht der Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung. Du teilst dem Finanzamt vorab deine voraussichtlichen Kosten mit, es trägt einen Freibetrag ein, und dein Arbeitgeber zieht ab Januar weniger Lohnsteuer ab. Im Beispiel mit 25 Kilometern Arbeitsweg an 220 Tagen und 300 Euro Gewerkschaftsbeitrag sind das 1.160 Euro Freibetrag, bei 30 Prozent Steuersatz rund 29 Euro mehr netto im Monat. Das Geld ist kein Zuschuss, sondern dasselbe, das sonst mit der Steuererklärung zurückkommt. Die Antragsgrenze liegt bei 600 Euro Kosten, bei klassischen Werbungskosten zählt nur der Teil über dem Pauschbetrag von 1.230 Euro. Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen zählen dagegen ab dem ersten Euro.
Das Video richtet sich an Arbeitnehmer mit längerem Arbeitsweg, Gewerkschaftsbeitrag, Spenden, Kinderbetreuungskosten oder geplanter Renovierung sowie an Ehepaare, die den Freibetrag aufteilen wollen. Wichtig sind die Haken: Der Freibetrag ist ein Vorschuss, bei zu optimistischer Schätzung droht eine Nachzahlung, und wer ihn nutzt, muss in der Regel eine Steuererklärung abgeben. Wer den Antrag bis zum 31. Januar 2027 stellt, erhält den Freibetrag für das ganze Jahr, für 2026 läuft der Antrag noch bis zum 30. November.
Das lernst du im Video:
Verstehen, warum du dem Finanzamt sonst bis zu einem Jahr Geld zinslos leihst
Nutzen, wie der Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung ab Januar mehr Netto bringt
Berechnen, wie sich Entfernungspauschale und Gewerkschaftsbeitrag als Freibetrag auswirken
Prüfen, ob du die Antragsgrenze von 600 Euro erreichst
Erkennen, welche Kosten außer Werbungskosten im Antrag mitzählen
Einordnen, warum Handwerkerleistungen mit vierfachem Freibetrag schon ab dem ersten Euro zählen
Beachten, welche Fristen für 2026 und 2027 gelten
Vermeiden, durch zu optimistische Angaben eine Nachzahlung zu riskieren
