Die Kernmarke Audi hat im dritten Quartal einen operativen Verlust von 174 Millionen Euro eingefahren. Bei der gesamten Audi-Gruppe brach der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 87 Prozent ein. Der chinesische Markt schwächelt, amerikanische Zölle belasten das Geschäft und der teure Umbau zur Elektromobilität verschlingt weitere Mittel. Für den ohnehin angeschlagenen Volkswagen-Konzern wird damit auch die Premiumtochter zunehmend zum Problem.
Bei Audi dürfte der Blick auf die Geschäftszahlen der italienischen Tochter Lamborghini inzwischen für einigen Neid sorgen. Der italienische Sportwagenhersteller erwirtschaftete im dritten Quartal 2026 einen operativen Gewinn von 168 Millionen Euro. Die eigentliche Kernmarke Audi schrieb dagegen 174 Millionen Euro Verlust. Ein Jahr zuvor hatte sie noch 279 Millionen Euro verdient. Binnen zwölf Monaten verschlechterte sich das Ergebnis damit um 453 Millionen Euro. Die gesamte Audi-Gruppe, zu der neben Lamborghini auch Bentley und Ducati gehören, erzielte lediglich 29 Millionen Euro operativen Quartalsgewinn. Bei einem Umsatz von 12,89 Milliarden Euro entspricht das einer kümmerlichen Marge von 0,2 Prozent. Im Vorjahresquartal hatte der operative Gewinn noch 468 Millionen Euro betragen.
Auch beim Nettogewinn ist der Absturz gewaltig. Von den 718 Millionen Euro des Vorjahresquartals blieben gerade einmal 95 Millionen Euro übrig. Das entspricht einem Rückgang um 87 Prozent. Der Quartalsumsatz schrumpfte gleichzeitig um fast drei Milliarden Euro. Damit verliert Audi ausgerechnet in jener Phase an Ertragskraft, in der der Konzern enorme Summen für neue Fahrzeugmodelle, Software und den Umbau seiner Produktion benötigt. Denn die Flottenvorgaben der Eurokraten wegen des Netto-Null-Wahns kosten Unsummen. Wie Brussels Signal berichtet, haben vor allem die Absatzprobleme in China und die amerikanischen Importzölle zu dieser Entwicklung beigetragen.
China bricht weg, die Gewinne gleich mit
Besonders schwer trifft Audi der Einbruch auf dem chinesischen Markt. Zwischen Januar und September wurden im Reich der Mitte einschließlich Hongkongs nur noch 328.042 Fahrzeuge ausgeliefert, 24,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal fiel der Absatz sogar von 146.835 auf 95.815 Fahrzeuge. Ein Minus von fast 35 Prozent! Für einen Hersteller, der über Jahrzehnte prächtig am wachsenden Wohlstand der chinesischen Mittelschicht verdiente, ist das ein gewaltiger Rückschlag. Die einheimischen Konkurrenten haben technologisch aufgeholt, bieten attraktive Fahrzeuge zu niedrigeren Preisen an und machen den Deutschen zunehmend ihre bisherigen Marktanteile streitig.
Auch in Nordamerika gingen die Auslieferungen in den ersten neun Monaten um 17,3 Prozent zurück. Weltweit verkaufte die Marke Audi 11,4 Prozent weniger Fahrzeuge. Der Rückgang betrifft keineswegs nur das traditionelle Verbrennergeschäft. Die Auslieferungen rein elektrischer Audi-Modelle sanken um zwölf Prozent auf 143.748 Fahrzeuge. Zwar legten die Elektroverkäufe in Deutschland und China zu, doch weltweit blieb die Nachfrage hinter dem Vorjahr zurück. Lediglich knapp 14 Prozent der ausgelieferten Audis waren reine Elektroautos. Die deutlich gestiegenen Verkäufe von Plug-in-Hybriden zeigen zugleich, dass die Kunden weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nachfragen.
China bricht weg, die Gewinne gleich mit
Besonders schwer trifft Audi der Einbruch auf dem chinesischen Markt. Zwischen Januar und September wurden dort einschließlich Hongkongs nur noch 328.042 Fahrzeuge ausgeliefert, 24,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal fiel der Absatz sogar von 146.835 auf 95.815 Fahrzeuge. Ein Minus von fast 35 Prozent! Für einen Hersteller, der über Jahrzehnte prächtig am wachsenden Wohlstand der chinesischen Mittelschicht verdiente, ist das ein gewaltiger Rückschlag. Die einheimischen Konkurrenten haben technologisch aufgeholt, bieten attraktive Fahrzeuge zu niedrigeren Preisen an und machen den Deutschen zunehmend ihre bisherigen Marktanteile streitig.
Auch in Nordamerika gingen die Auslieferungen in den ersten neun Monaten um 17,3 Prozent zurück. Weltweit verkaufte die Marke Audi 11,4 Prozent weniger Fahrzeuge. Der Rückgang betrifft keineswegs nur das traditionelle Verbrennergeschäft. Die Auslieferungen rein elektrischer Audi-Modelle sanken um zwölf Prozent auf 143.748 Fahrzeuge. Zwar legten die Elektroverkäufe in Deutschland und China zu, doch weltweit blieb die Nachfrage hinter dem Vorjahr zurück. Lediglich knapp 14 Prozent der ausgelieferten Audis waren reine Elektroautos. Die deutlich gestiegenen Verkäufe von Plug-in-Hybriden zeigen zugleich, dass die Kunden weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nachfragen.
Volkswagen steckt selbst tief in der Krise
Beim Mutterkonzern Volkswagen sind die finanziellen Probleme inzwischen gewaltig. Allein im dritten Quartal 2026 verbuchten die Wolfsburger einen Nettoverlust von 5,82 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten blieben bei einem Umsatz von 233,4 Milliarden Euro gerade einmal 71 Millionen Euro operativer Gewinn übrig. Ein Jahr zuvor waren es noch 5,4 Milliarden Euro gewesen. Hohe Sonderbelastungen, darunter eine Abschreibung von 6,4 Milliarden Euro auf den Firmenwert von Porsche, haben das Ergebnis erheblich verschlechtert. Aber selbst ohne diese Effekte erreicht der Konzern nur eine operative Umsatzrendite von 3,8 Prozent. Finanzvorstand Arno Antlitz bezeichnete das selbst als zu wenig, um die notwendigen Zukunftsinvestitionen stemmen zu können. Er räumte zudem ein, dass Volkswagen mit Elektroautos derzeit weniger verdient als mit Verbrennern.
Die wirtschaftlichen Risiken haben wir bereits in unserer umfangreichen Report24-Analyse „281 Milliarden Euro Finanzschulden: Wie viel Krise verträgt Volkswagen noch?“ untersucht. Zum 30. September beliefen sich die Finanzschulden des Konzerns auf 280,8 Milliarden Euro, ein Anstieg um 16,1 Milliarden Euro seit Jahresbeginn. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf das Finanzierungs- und Leasinggeschäft, dem (noch) entsprechende Vermögenswerte gegenüberstehen. Dieses Geschäftsmodell benötigt allerdings laufend Kapital und ist von stabilen Fahrzeugrestwerten abhängig. Gleichzeitig muss Volkswagen seine Entwicklungskosten senken, neue Modelle finanzieren und die Produktion effizienter gestalten. Die Schwierigkeiten bei Audi treffen damit einen Konzern, dessen finanzielle Spielräume bereits erheblich beansprucht werden.
Brüssel drückt aufs Tempo, die Hersteller zahlen
Zu den Problemen in China und den amerikanischen Zöllen kommt der kostspielige Umbau der europäischen Automobilindustrie. Die EU schreibt den Herstellern immer strengere CO2-Flottengrenzwerte vor. Von 2025 bis 2029 liegt das EU-weite Ziel für neue Pkw bei durchschnittlich 93,6 Gramm CO2 pro Kilometer. Ab 2030 sinkt dieser Wert auf 49,5 Gramm. Die jeweiligen Herstellervorgaben werden daraus unter Berücksichtigung der Fahrzeugflotten berechnet. Für die Konzerne bedeutet das einen erheblichen Investitionsdruck: Sie müssen mehr Elektrofahrzeuge entwickeln und verkaufen, obwohl diese bei Volkswagen derzeit geringere Gewinne abwerfen als die traditionellen Verbrennermodelle. Werden die Flottengrenzwerte verfehlt, drohen zudem empfindliche Strafzahlungen.
Die Hersteller müssen also gleichzeitig zwei teure Aufgaben bewältigen. Einerseits benötigen sie wettbewerbsfähige Verbrenner und Hybridfahrzeuge, die auf vielen Märkten weiterhin nachgefragt werden. Andererseits verlangt die europäische Regulierung einen raschen Ausbau der Elektromobilität. Batterien, neue Plattformen, Software und Produktionsanlagen kosten Milliarden. Die chinesische Konkurrenz nutzt unterdessen ihre Kostenvorteile und drängt mit immer mehr Modellen auf den europäischen Markt. Wie stark die politische CO2-Regulierung die ohnehin schwierige Situation des deutschen Automobilstandorts verschärft, haben wir bereits im Report24-Artikel „CO2-Politik vertreibt Fabriken: Die Krise der Autoindustrie ist hausgemacht“ thematisiert.
Audi steht mit diesen Schwierigkeiten nicht allein da. Auch Volvo musste seine ursprünglichen Elektropläne zurücknehmen. Der schwedische Autobauer, der jahrelang für einen besonders schnellen Abschied vom Verbrennungsmotor geworben hatte, meldete zuletzt einen operativen Quartalsverlust von umgerechnet 504 Millionen Euro und kündigte den Abbau weiterer 2.500 Stellen an. Zusammen mit den bereits 2025 angekündigten Kürzungen stehen damit rund 5.500 Arbeitsplätze auf der Streichliste. Report24 berichtete darüber unter dem Titel „Für das Verbrenner-Aus getrommelt: Jetzt streicht Volvo weitere 2.500 Stellen“. Die europäischen Autobauer müssen sich inzwischen fragen, wie sie ihre milliardenschweren Investitionen in die Elektromobilität finanzieren sollen, wenn gleichzeitig Absatz und Gewinnspannen schrumpfen.
Milliarden für Amerika, Rotstift für Deutschland
Unterdessen plant Audi den Aufbau eines eigenen Produktionsstandorts in den Vereinigten Staaten. Rund vier Milliarden Dollar sollen in ein neues Werk im Bundesstaat Georgia fließen. Dort könnten künftig bis zu 200.000 Fahrzeuge jährlich produziert werden. Etwa 4.500 neue Arbeitsplätze sind vorgesehen. Baubeginn soll 2027 sein, die Produktion Anfang der 2030er Jahre anlaufen. Die endgültige Genehmigung durch den VW-Aufsichtsrat steht allerdings noch aus. Für Audi wäre eine amerikanische Fertigung wirtschaftlich attraktiv, weil damit die hohen Importzölle auf Fahrzeuge aus Europa umgangen werden könnten. Über die Pläne und die damit verbundenen Konflikte berichtete Report24 bereits im Artikel „Audi: Milliarden für Trumps Amerika, Job-Kahlschlag in Deutschland“.
In Deutschland wurde dagegen bereits im März 2025 der Abbau von bis zu 7.500 Stellen in indirekten Bereichen bis 2029 vereinbart. Zusätzlich sollen die Personalkosten sinken und Verwaltungsstrukturen verschlankt werden. Audi verspricht zwar weiterhin Investitionen von rund acht Milliarden Euro in die deutschen Standorte bis 2029 und eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2033. Doch gerade für das Werk Neckarsulm ist die weitere Modellvergabe entscheidend. Dort muss sich zeigen, ob die bereits vereinbarten Einsparungen genügen, um auch nach 2033 ausreichend Produktionsaufträge zu erhalten. Neue Kapazitäten in Amerika werden geplant, während die deutschen Werke um ihre langfristige Auslastung kämpfen.
Die nächste Sparrunde steht schon im Raum
Die schlechten Geschäftszahlen zwingen Audi nun auch zur erneuten Korrektur seiner Jahresprognose. Statt 58 bis 63 Milliarden Euro erwartet das Unternehmen für 2026 nur noch 55 bis 59 Milliarden Euro Umsatz. Die prognostizierte operative Umsatzrendite wurde von fünf bis sieben auf drei bis fünf Prozent gesenkt. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger bezeichnet den Handlungsdruck als hoch und kündigt weitere Maßnahmen zur Kostensenkung an. Gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat sollen zusätzliche Schritte ausgearbeitet werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Nach dem bereits 2025 vereinbarten Sparpaket könnten damit weitere Einschnitte folgen.
Dabei findet sich in der neuen Audi-Prognose ein entscheidender Vorbehalt. Mögliche zusätzliche Restrukturierungskosten, die über die 2025 vereinbarten Maßnahmen hinausgehen, wurden darin noch nicht berücksichtigt. Sollten weitere Stellenstreichungen, Abfindungen oder größere Umstrukturierungen erforderlich werden, könnten zusätzliche Belastungen entstehen. Und die würden auf eine Ertragslage treffen, die bereits deutlich schlechter ausfällt als zu Jahresbeginn erwartet. Audi verhandelt also über weitere Einsparungen, während die finanziellen Folgen dieser Maßnahmen in der gerade erst gesenkten Jahresprognose noch fehlen.
Audi rutscht ins Minus: Jetzt trifft die VW-Krise die Premiumklasse
