Vor den Jugendprotesten von „Gen Z regelt“ am Samstag rüsten sich Luxusgeschäfte in Düsseldorf gegen mögliche Ausschreitungen. Auch anderswo trifft der Einzelhandel Vorbereitungen.
Auf der Düsseldorfer Königsallee haben die ersten Händler angefangen, ihre Geschäfte vor möglichen Ausschreitungen bei den angekündigten Jugendprotesten zu schützen. Zwei Tage vor den Kundgebungen am Samstag standen auf der Prachtstraße bereits Baugerüste und Sperrholzplatten vor Edel-Boutiquen.
Frei nach dem Motto „Bei uns gibt es nichts zu plündern“ wollen die Kö-Händler sicherheitshalber ihre Schaufenster und sogar ihre Läden räumen, sagte die Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft Königsallee, Andrea Greuner, der Nachrichtenagentur dpa.
Vor allem unter den Juwelieren und Bekleidungsgeschäften planten demnach einige, ganztägig zu schließen, andere wollten ihre Schaufenster und Fassaden verschalen. Kaputte Sonderglasscheiben kann im Weihnachtsgeschäft kein Händler brauchen.
„Wir wissen alle nicht, was da kommt“, sagte Greuner. „Das ist Prävention.“ Aber jeder habe die Bilder aus Frankreich vor Augen – vor allem die internationalen Luxus-Marken, deren Geschäfte in Paris bereits von Ausschreitungen betroffen gewesen seien.
Douglas hält Samstag zwölf Filialen geschlossen
Auch in anderen Regionen Deutschlands bereitet sich der Einzelhandel auf das Wochenende vor. Die Parfümeriekette Douglas lässt an diesem Samstag sicherheitshalber zwölf Filialen geschlossen. „Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden und Kundinnen und Kunden hat für uns höchste Priorität“, sagte eine Sprecherin. Wo sich diese Filialen befinden, teilte die Firma nicht mit.
In Stuttgart bleibt das bekannte Auktionshaus Eppli geschlossen. „Wir möchten kein Risiko eingehen“, sagte Ferdinand Eppli. Im Vorfeld habe man sich mit vielen anderen Einzelhändlern ausgetauscht. Außerdem würden die Schaufenster ausgeräumt.
Verfassungsschutz warnt vor linksextremer Mobilisierung
Die Initiative „Gen Z regelt“ ruft für den 31. Oktober zu Protesten in rund 30 deutschen Städten auf, unter anderem für mehr Klimaschutz und gegen steigende Lebenshaltungskosten und eine Wehrpflicht. Gewalt lehnt sie ausdrücklich ab. Sicherheitsbehörden warnen allerdings vor einer möglichen Unterwanderung der Proteste durch gewaltbereite Gruppen.
Die Einsatzkräfte beobachten, wo in sozialen Netzwerken zu Provokationen angestachelt wird. Befürchtet wird, dass Chaoten, die mit Randale für aufsehenerregende Bilder sorgen wollen, sich unter die Schüler mischen könnten.
Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes mobilisieren für die Proteste auch Akteure aus dem linksextremistischen Spektrum und aus dem auslandsbezogenen Extremismus.
