29. Oktober 2026

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Bergleute Fanden 1912 Im Radhausberg Eine Uralte Brücke — Sie War Nicht Für Menschen Gebaut

 

Im Oktober 1912 trieb die Gewerkschaft Radhausberg vom Naßfeld aus einen Unterbaustollen quer durch den Kamm zwischen Gastein und Rauris. Vierhundert Meter hinter dem Mundloch lief das Grubenwasser plötzlich nach vorn, in einen Spalt in der Ortsbrust. Dahinter lag ein Gang aus hellen, mörtellos gefügten Quadern – und eine überdachte Brücke über einem Schlund, dessen Grund keine Lampe erreichte. Ihre Mitte war sieben Zentimeter tief ausgetreten. Die Hauer gingen am Rand hinüber.

Dreißig Jahre zuvor hatte in Gumbinnen in Ostpreußen eine alte Frau, Nachfahrin der 1731/32 vertriebenen Salzburger Knappen, genau diese Brücke beschrieben, ohne sie je gesehen zu haben. Dieser Film legt die Aufzeichnungen nebeneinander, die nie füreinander geschrieben wurden: das Grubenbuch eines Markscheiders, ein loses Blatt aus Gumbinnen, einen einzigen Satz in den Verhandlungen der Geologischen Reichsanstalt von 1913 und den Bericht eines jungen Innsbrucker Assistenten aus dem Jahr 1946.

Er gibt auch der nüchternen Erklärung ihr volles Gewicht: gedeckte Gerinne aus der Weitmoser-Zeit, Wetterlöcher, die berühmte Wärme von Gastein, Abschreibfehler und vier Generationen mündlicher Weitergabe. Doch wer hat die Mitte dieser Brücke ausgetreten – und in welche Richtung ist er gegangen?

Diese Dokumentation stützt sich auf historische Aufzeichnungen, archäologische Forschung und lokale mündliche Überlieferung. Sie stellt belegte Befunde neben Fragen, die bis heute offen sind. Wo sich die Darstellungen unterscheiden, werden beide gezeigt. Nichts davon wird als abschließendes Ergebnis behauptet.

Quellen (im Bild gezeigt):
– Generalkarte von Mitteleuropa 1:200.000, Blatt 31°47° Hofgastein (1915) — Wikimedia Commons, gemeinfrei
– Karte des Deutschen Reiches 1:100.000, Blatt 53 Gumbinnen — David Rumsey Map Collection / Wikimedia Commons, gemeinfrei